Fit über 40 – das schaffst Du!

Fit über 40 –

jetzt wird das wichtig!

Inzwischen bin deutlich über vierzig. In jungen Jahren hatte ich Null Lust auf Sport. Aber das ist wirklich typisch für meine Familie. Seit Generationen. Zumindest väterlicherseits :). Seit einigen Jahren schon habe ich aber den Wert einer soliden Grundfitness schätzen gelernt. Fit bleiben ist jetzt wirklich wichtig geworden. Denn ohne fit zu sein, fühle ich mich inzwischen, mit meinen 50+, nicht mehr wohl. Mir ist eben voll bewusst. Die Gefahren einer Verletzung, aber zumindest einer Zerrung, werden mit jedem Jahr größer. 

Mir geht es bei meiner Fitness nicht um stählerne Muskeln oder gar darum, mit meinen gut über 40 Jahren mit den jüngeren Männern „mithalten zu können“. Wichtig ist mir, dass ich mich mit mir selbst wohl fühle, dass ich einfach „alltagsfit“ bin … und dass ich, wenn ich denn mal besonders gut rüberkommen möchte, auf eine nicht gepresste oder gestopfte Weise in eines meiner Hemden schlüpfen kann. 

Sixpack adé – meine wichtigste Erkenntnis

Dazu musst Du, und ich musste das auch, realistisch sein. Der coole Sixpack-Bauch, den Du vielleicht früher erträumt hattest, oder sogar hattest?, ist heute nicht mehr so einfach möglich. Es gibt eine hilfreiche Ausnahme. Hast Du früher viel und gerne Sport betrieben und diese Muskeln waren mal vorhanden, ist Dein Körper- und Muskelgedächtnis in der Lage, diese wieder hervorzuarbeiten. Aber um jetzt über 40 fit zu sein, musst Du nu mehr tun. 

Fit über 40 – aber bitte nicht übertreiben

Wenn Du also die (unvernünftige) Willenskraft aufgebracht haben solltest, Deine Körperuhr wieder auf gefühlte 38 gestellt zu haben, beginnt (leider) ein ewiger und nicht mehr endender Kampf. Denn wo Du in jungen Jahren einfach ein paar Wochen powern musstest, ist das nun nicht mehr möglich. Um nicht wieder neues Fett anzusetzen, musst Du auf wirklich jede Kalorie aufpassen. Dazu kommt, dass, jetzt über 40 intensive sportliche Übungen oft mit Schmerzen verbunden sein können. Mal abgesehen davon, dass Du viel länger trainieren musst, um einen sichtbaren Effekt zu erreichen. 

Wenn ich an meinen Sohn denke, könnte ich glatt neidisch werden. Aber ich freue mich für ihn. Seine Devise, wenn er an seinem Körper arbeiten will ist einfach: „Ich setze was Speck an; das wandel ich dann mit Training und Kraftsport in Muskeln um. Das dauert zwei drei Monate und ich hab wieder dicke Arme.“ Wow … und das kann der Kerl tatsächlich. Seine Gene sind sein bester Freund. Dank an seinen Opa mütterlicherseits, denn von mir oder meinem Vater kommt das garantiert nicht 🙂

Das Wort „muss“ ist Gift für Deinen Körper

Dir ist vielleicht aufgefallen. Ich habe eben die Worte, Du „musst“ dies und Du „musst“ das geschrieben. Und leider ist es so. Einfach mehr Sport machen und dann passiert schon was – das ist nicht mehr drin. Du kannst, wenn Du aber einfach, auf eine schöne Weise, fit über 40 sein willst, solltest Du moderatere Übungen machen. Dann solltest Du eine Fitness durch wandern, walken, schwimmen, Rad fahren anstreben. Und das in einer Dosis, die keine Schmerzen bereitet und Dir einfach gute Laune macht.

Steckst Du zu viel Willenskraft rein, wird Dir Deine Willenskraft im Laufe eines jeden Tages woanders fehlen. Denn Willenskraft ist „endlich“. Sie braucht sich jeden Tag aufs Neue auf, so dass Du gegenüber Verlockungen und Sünden schwächer wirst – bist Du dann, meist am späten Nachmittag oder am Abend, Deinen Impulsen erliegst, und zum Beispiel Heißhunger auf etwas bekommst, wo Du über den Tag locker geschafft hast, gar nicht an sowas zu denken. 

Die Sünden lauern ab dem späten Nachmittag

Möglich ist dann aber auch richtig destruktives wie Seriensuchten, Prokrastination, also das Aufschieben von Dingen, oder übermäßiger Spielkonsum. Passieren kann auch, soll ich es schreiben?, abendlicher dösender Pornokonsum im Schummerlicht, was Dich weder wirklich befriedigt noch irgendwie Spaß macht. Jedes Mal denkst Du danach, wenn Du ermattet und übermüdet ins Bett sinkst: „Warum hab ich das nu wieder gemacht? Morgen mache ich es besser!“ Und dann kommt es doch wieder anders.

Jetzt meine wichtigste Erkenntnis, die ich Dir gerne weitergeben möchte. Diese Schwächeanfälle, die mich Junk oder Süß oder Serienkonsum schaufeln lassen, sind keine Charakterschwäche! Sie entstehen, weil ich gegen meinen eigenen Körper handele. Ich habe lange gebraucht, das nicht nur rational zu verstehen, sondern als echtes Wissen zu verinnerlichen. Willenskraft ist ein Muskel. Du kannst ihn trainieren, aber Du kannst ihn auch erschöpfen. Aber zurück zur Fit über 40.

Fit über 40 – wie mache ich das

Ich setze meine Willenskraft nur noch dort ein, wo sie notwendig und sinnvoll ist. Das erreiche ich mit zwei Vorgehensweisen:

  • ich setze mir realistische und mich befriedigende Ziele
  • ich etabliere Gewohnheiten, wo immer ich kann

Denn es ist befriedigend (und realistisch), dass Du in einen Anzug passt, der gut sitzt und Dich vorteilhaft rüberkommen lässt. Es ist befriedigend, wenn Du über 40 so fit bist, so dass Du eine Treppe hochlaufen kannst, ohne danach zu japsen. Es ist befriedigend, wenn Du „Deinen Mann stehen“ kannst, nur eben nicht mehr wie ein junger hektischer Hirsch, sondern Deinem Alter angemessen. Wie ein stolzer Zwölfender-Hirsch, der in sich ruhend ist und weiß, was er kann und was sich „Frau“ wünscht. 

Etabliere Gewohnheiten, die Deine Willenskraft aufsparen

Dieser zweite Faktor, Gewohnheiten, ist vielleicht wichtiger als alles Andere, um Dein Ziel, fit über 40, zu erreichen. Denn Gewohnheiten sind Dein Autopilot.Nicht umsonst sagt man, „Gewohnheiten haben Macht“. Jedes Mal, wenn Du Dich also tatsächlich aufraffen musst, eine Runde zu walken (richtig laufen bitte nur, wenn Dein Arzt ok sagt), verbraucht das ein Stück Deiner Willenskraft. Hast Du das aber als Gewohnheit etabliert, „ich gehe jeden Tag um 17 Uhr eine Runde stramm spazieren“, oder „ich fahre drei Mal die Woche eine Runde mit dem Fahrrad bis ich 5 km erreicht habe“, dann wird das nach einer Zeit zu einer Gewohnheit, die keine oder kaum noch Willenskraft erfordern wird.

Gewohnheiten funktionieren wirklich

Was hat das jetzt mit fit über 40 zu tun? Ganz einfach. Du wirst Deine Fitness nur erhalten oder neu gewinnen, wenn Du das auch durchhalten kannst. Tolle Pläne, was ich alles machen möchte, habe ich schon oft gemacht, aber fast immer halte ich diese nicht ein. Dann habe ich nur „an mir vorbeigeplant“, was mich jedes Mal aufs Neue frustriert hatte. Nein. Du musst Dir realistische Ziele setzen, hinter denn Du auch ganz tief drinnen stehen kannst. 

Ich kenne das zu Genüge und darum reicht mir vollkommen, wenn ich mich mit mir gut fühle. Wenn ich an mir herabschaue und mein Bauch ist in einer für einen mittelalten Mann guten Verfassung und keine pralle Wampe, bin ich hochzufrieden. Wenn ich locker ein Hemd anziehen kann, ohne dass es einen Knopf sprengen möchte, habe ich mein Ziel, fit über 40 zu sein, erreicht. Denn es ist ein sehr schönes Gefühl, mir selbst im Anzug, aber auch im Adamskostüm, zu gefallen. 

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