Jo Jo lässt grüßen. Zurück auf Los

wieder dick - zunehmen vermeiden

War es der Jo Jo Effekt? Oder einfach nur zu wenig Konsequenz.

Ich hatte es vor doch inzwischen fast zwanzig Jahren schon mal geschafft. Von korpulenten 123 Kilogramm wieder abzunehmen bis auf unter 100 Kilogramm. Dieses Abnehmen dauerte damals über gut zwei Jahre und hatte sich letztlich auf plus minus 95 Kilogramm eingependelt. Das war dann auch mein Wohlfühl- und Normalgewicht. Damals war ich um die Vierzig und machte mir auch keine Gedanken mehr über einen Jo Jo Effekt oder mein Gewicht. Alles war wieder gut, mein wieder schlanker Alltag konnte wieder beginnen.

Der Stoffwechsel ändert sich

Inzwischen bin ich aber sechzig und mein Gewicht war über die ganzen Jahre vollkommen in Ordnung. Mal waren es 98 Kilogramm, dann wieder für eine Zeit 93, das pendelte schon gehörig, aber immer in dieser Bandbreite. Für mich war das kein Problem, denn ich konnte mich ganz normal ernähren, ohne auf etwas achten zu müssen. Ich achtete nur darauf, dass ich nicht wieder in diesen magisch teuflischen „dreistelligen“ Bereich, also über die vermaledeiten 100 Kilogramm, kam. 

Da ich das Glück habe, wenn ich zunehme, nur sehr gleichmäßig zuzunehmen, oder eben auch abzunehmen, hatten sich meine Pölsterchen wieder ganz langsam und kontinuierlich an meinem ganzen Körper verteilt. Ich wurde dadurch schleichend und von mir „fast“ unbemerkt wieder „griffiger“, aber der Punkt, dass mich ein Freund, wie damals eine Kollegin humorvoll, „Speck“ nennen würde (hallo Manx :-)… ) war dann doch noch nicht erreicht. 

Weihnachten brachte mir dreistellig ein

Allerdings war mir klar, dass ich mich der 100 bedenklich näherte. Ich musste mir beginnen, Gedanken über vielleicht doch einen (sehr langsamen) Jo Jo Effekt zu machen. Bei einem meiner letzten „Netto Netto Nackt“ Messungen zeigte meine Waage noch 98 Kilogramm an, und dann eine Woche später 99, dann wieder ein zwei Wochen später immerhin wieder gnädige 98 Kilo. Was soll ich drumrum reden. Ich begann, meine Waage zu meiden. Sie kam oben auf meinen Badezimmerschrank und ich wollte auch gar nicht mehr dorthin schauen.

Was ist bei mir „Netto Netto Nackt“?

Das bedeutet:

  • vor dem ersten Kaffee am Morgen
  • nach dem ersten (erfolgreichen) Toilettengang
  • und natürlich nackt

Das ist natürlich nicht jeden Tag möglich, die drei Faktoren, vor allem der Stuhlgang, musste dazukommen, aber so bekam ich ein objektives und vor allem vergleichbares Ergebnis beim Wiegen. Aber irgendwie ergab sich kein passender „Netto Netto Nackt“ Moment mehr. Das Schicksal wollte es einfach nicht. Es kam mit Ausreden wie:

„Ach, jetzt hatte ich schon Kaffee.“

„Nee, erst mal auf die Toilette, aber dann habe ich schon Kaffee getrunken.“

„Mist, jetzt habe schon was gegessen.“

„Ach schade, jetzt bin ich schon angezogen. Keine Zeit jetzt.“

Ich nehme sehr gleichmässig zu. Nur mein Bauch ist was schneller. Mein Bauch hatte mich dann auch gewarnt. Danke Bauch. Auf der einen Sache ist es lästig, dass der Bauch wächst, aber wenn man überall gleichmässig zunimmt, kann so ein deutlich sichtbar werdendes Warnsignal nicht schaden. Meine Hemden spannten jetzt schon beim Sitzen verdammt bedenklich. Nur aufrecht stehend und gehend konnte ich noch ein Hemd anziehen, ohne dass es an mir übertrieben presswurstig wirkte. 

Der Moment der Wahrheit

In einem willensstarken Moment und einem sehr optimistisch stimmenden „Netto Netto Nackt“ Gefühl schnappte ich mir meine angestaubte Waage vom Schrank und stellte mich darauf. Verdammt. EIN HUNDERT VIER KILO! Ich war wieder auf dem Weg zu dem alten Speck, den ich doch vor vielen Jahren erfolgreich überwunden hatte. Mir war klar. Jetzt war schnelles Umsteuern angesagt. Denn, wäre ich erst mal wieder jenseits der 110, würde sich bei mir ein Gefühl einer übergroßen und ausweglos langen Wegstrecke einstellen. Jetzt war die Hundert noch in Sichtweite. Aber so gerade noch.

Meine App – mein bester Freund

Ich musste umsteuern. Es war höchste Zeit. Aber heute gibt es, im Gegensatz von vor zwanzig Jahren, technische Möglichkeiten, die mein Vorhaben einfacher als früher kontrollieren ließen. Damals hatte es sogar ohne jedes Hilfsmittel funktioniert. Aber heute gab es Apps, die es mir noch mehr erleichtern würden, meine Ernährung und meine Bewegung genau zu beobachten. Ich bin sehr visuell veranlagt und wenn ich meine Erfolge am Handy tatsächlich sehen konnte, würde mich das bestärken. Ich wusste ja, wie ich ticke.

Also begann ich im Januar meine erneute Tour in die Neunziger (Gewichtsklasse).

Wie das bisher geklappt hat, schreibe ich als Fortsetzung. Erst mal war mir wichtig, dass Du weißt, wie ich es wieder geschafft habe, fast fett zu werden. Und ich meine, ganz ohne Jojo, sondern durch ein immer ganz leichtes Gehenlassen. Immer ein bisschen mehr auf den Teller und immer ein bisschen weniger Bewegung, das wirkt sich auf Dauer aus. Vor allem, wenn man ein Alter erreicht hatte, wo sich der Stoffwechsel beginnt, dem Alter anzupassen.

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