Eines meiner Herzens-Themen ist ja immer wieder Testosteron. Aber wenn es um gute Laune, Energie und eine beschwingte Tatkraft geht, ist noch ein weiteres Hormon bzw. ein Neurotransmitter entscheidend.

Serotonin, das Glückshormon

Ich erinnere mich gerne daran, dass ich in jüngeren Jahren von diesem Hormon geradezu geflutet war. Später dann, in meiner ganz persönlichen Midlifezeit, inklusive begleitender Depression, hatte sich, nachdem ich da durch war, auf einem deutlich geringeren Level neu eingependelt. Gut, dass es wieder da ist, allerdings doof, dass es weniger zu sein scheint. Ich denke, ich habe für ein normales Leben genügend aktiv wirkendes Serotonin, aber diese alte Begeisterung, die ich früher fast immer hatte, die vermisse ich schon. 

Serotonin hat noch weitere, positiv wirkende Effekte.

Ausreichend im Hirn aktiv steigert es Deine Gedächtnisleistung. Auch etwas, von dem ich gerne wieder mehr hätte, da ich langsam zerstreuter werde. Ich muss aber anmerken. Mein Gedächtnis war schon immer recht selektiv. Inzwischen wird es aber ein wenig lästig, am besten jede Kleinigkeit auf einem Zettelchen oder auf meinem kleinen Diktiergerät festzuhalten, was ich dann zu festen Zeiten in meinem Kalender als to-do eintrage. 

Ein weiterer segensreicher Effekt des Botenstoffes Serotonin ist, dass es am Abend in Melatonin umgewandelt wird. Ohne ausreichend Melatonin ist Dein Tiefschlaf nur kurz, Dein Einschlafen schwer und in harten Fällen fast gar nicht mehr möglich. Darum gibt es inzwischen auch diese Nasensprays mit Melatonin, um sich dieses „Schlafhormon“ einfach in die Nase sprühen zu können. Ein wirklich segensreicher Kompromiss, aber schöner ist es, wenn Dein Körper selbst ausreichend Serotonin in Melatonin umwandeln kann.

Symptome eines Serotonin-Mangels

Ist zu wenig des Botenstoffes Serotonin in Deinem Gehirn aktiv, kann das einige recht unangenehme Symptome erzeugen. Mir selbst macht vor allem meine mir nicht ausreichende Antriebskraft, in Verbindung mit erhöhter Müdigkeit zu schaffen. Dass ich dann gereizter sein kann, erschien mir normal, aber dass das aber auch Teil der direkten Symptome sein könnte, wie ich bei meiner Recherche erfahren hatte, war mir jetzt neu. 

• Antriebslosigkeit

• erzeugt immer wieder Phasen der Tatenlosigkeit

• Müdigkeit und Mattigkeit

• schlechteres Einschlafen

• schlechteres Durchschlafen

• erhöhte Ängstlichkeit

• stärkere Lichtempfindlichkeit

• erhöhte Reizbarkeit

• gesteigerte Schmerzwahrnehmung

Mir ist natürlich aufgefallen, dass sich die Symptome eines Serotoninmangels stark mit den Symptomen einer vorhandenen Depression decken. Es ist also kein Wunder, dass einer der medikamentösen Therapien, eine Depression in den Griff zu bekommen, die sogenannten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (der SSRI-Wirkstoff) sind. Mit solchen SSRI – Wirkstoffen hatte ich während meiner aktiven Depression vor einigen Jahren auch Kontakt und war nicht allzu begeistert. Meine Erfahrungen darüber vielleicht in einem späteren Artikel.

Die Symptome eines Serotoninmangels decken sich also weitgehend mit denen einer Depression. Als Erstes also mein ganz persönlicher Rat. 

Ein Mangel an Serotonin hat man nicht nur so! 

Das muss einen Grund haben. Entweder Du hast (über die Wintermonate) zu wenig Sonne abbekommen und / oder Dich über einen längeren Zeitraum nicht ausgewogen ernährt, oder aber es könnte eine schwerwiegendere Erkrankung vorliegen. Doktore bitte nicht herum, sondern gehe zu Deinem Hausarzt und lasse das klären. Vor allem, wenn Du das Gefühl hast, da ist ein Defizit bei Deinen Hormonen. 

Gleichzeitig rate ich Dir ganz allgemein, und das passt immer: gehe raus. Suche die Sonne und die frische Luft. Bewege Dich und werde aktiv, oder zumindest, versuche, Dich dazu aufzuraffen, wie groß auch der innere Schweinehund sein mag. 

Leichte Spaziergänge reichen oft schon aus, Deinen Kreislauf anzukurbeln und Deinem Körper zu ermöglichen, über das Sonnenlicht und Deine Aktivität Serotonin zu bilden. Hast Du Symptome, die Deine Leistungsfähigkeit spürbar beeinflussen, mache einen Termin bei einem Arzt Deines Vertrauens. In unserem Alter sollten regelmässige Vorsorgeuntersuchungen sowieso gemacht werden.

Also mal so ganz allgemein. Aus heutiger, reifer Sicht eines „mittelalten“ Mannes, dessen Testosteron sich weiter und ganz normal reduzieren wird, habe ich ein besonderes Auge auf diesen Botenstoff.  Denn ob ich nun gute Laune und Tatkraft habe, weil ich, wie es jüngere Männer haben, im Testosteron bade, oder mich gut und aktiv fühle, weil in mir genügend Serotonin aktiv ist. Her mit Serotonin. Das ist auch mit 80 möglich, wenn Du gesund lebst und dem Leben positiv gegenüber stehst. 

Huibert de Vet
Author: Huibert de Vet

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