Rückenschmerzen – das Kreuz des Alterns

Rückenschmerzen, das harte Kreuz mit dem Älter werden, midlife-mann.de

Das will keiner haben. Rückenschmerzen.

Leider sind Rückenschmerzen oft nicht vermeidbar, sobald wir in die Jahre kommen. Das passierte auch mir. Bei Menschen, die schwere Lasten tragen, entstehen Rückenschmerzen aus anderen Gründen. Die Ursache meiner Rückenschmerzen waren eine Kombination aus Fehlbelastung und Bequemlichkeit. Ich saß einfach zu lange und noch dazu falsch am Computer. In der sogenannten Schildkrötenrücken-Haltung. Das ist eine vornübergebeugte Haltung, wobei die Rückenmuskulatur nicht oder kaum beansprucht wird.

Rückenschmerzen – vor allem morgens

Heute Morgen empfand ich die Schmerzen wieder mal als extrem unangenehm. Dann kam ich nur langsam und sehr überlegt aus meinem Bett. Zuerst musste ich mich schwerfällig auf die Seite drehen (ein toller Anblick), meine Füße auf den Boden setzen und mich mit einem Arm aufrichten und dabei den Schmerz bewusst ignorieren. Inzwischen wusste ich aber aus Erfahrung. Nach ein paar Minuten verschwanden diese Rückenschmerzen wieder. 

Bis zum nächsten Morgen. Ewig grüßte das Midlife-Tier. Und jedes Mal dachte ich: „Sch… , ich muss was machen!“. Aber hatte ich erst einen Kaffee getrunken und war ein wenig herumgewandert, Frühstücksfernsehen an, je nach dem, wer heute moderierte, wurde es ja besser. „Vielleicht ist es ja doch die Matratze? Das ist doch immer morgens und nicht etwa über Tag am Schreibtisch?“ Aber die Matratze ist  recht neu und ich wußte, dass ich falsch saß. 

Die Bandscheibe ist es nicht

So zumindest meine treffsichere Selbstdiagnose. Ärzte lieben das ja. Patienten, die mit einer eigenen Diagnose aufkreuzen und diese nur noch bestätigt haben wollen :-). Aber würde der Schmerz sonst kurz nach dem Aufstehen wieder verschwinden? Wohl eher nein. Mein Rückenschmerz wäre auch über Tag mein dauerhafter und quälender Begleiter. Aber … ich wollte, ehm, eine „zweite Meinung“ einholen. 

Jetzt, in diesem Moment, wo ich den Text schreibe, beobachte ich mich und ertappe mich dabei, wie ich in gekrümmter, nur scheinbar entspannter Haltung vor meinem Mac sitze. Mein Rücken fühlt sich dabei „dumpf neutral“ an. Das war kein Schmerz, aber es war auch nicht angenehm. Das konnte unmöglich gesund sein. 

Gründe für meine Rückenschmerzen

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig. Ich habe gegoogelt und auch einige „Männerbücher“ meiner Recherchebibliothek konsultiert. Rückenschmerzen begannen fast immer mit einer ungesunden Verhaltensweise. Wenn denn keine körperliche oder genetische Ursache vorlag. Ich vermutete darum, bei mir waren es die folgenden Gründe:

1. immer noch zu wenig Bewegung

2. zu viel Sitzen

3. vor allem falsches Sitzen

4. zu wenig Pausen mit Übungen

4. und als Folge: eine schwache Rückenmuskulatur

Ein schwacher Rücken hatte keinen Halt und darum sackte ich natürlich in mich zusammen. Hätte ich einen starken Rücken, säße ich gesünder. Kräftige Muskeln würden mich aufrecht halten. Ganz klar. Natürlich gab es noch mehr Ursachen für unangenehme bis belastende Rückenschmerzen. 

allgemein Ursachen für Rückenschmerzen

• Übergewicht

Mangel an Bewegung

• falsches Heben oder Tragen

• falsche Körperhaltung allgemein

• eine falsche Sitzhaltung

• schwache Bauch– oder Rückenmuskulatur

• Stress und Anspannung

• entzündliche Verspannungen

• Reizung des Ischiasnervs

• Hexenschuss (im Volksmund)

• Schädigung des Rückens

• Bandscheibenvorfall

• allgemeine Abnutzungserscheinungen

• genetische Disposition, zum Beispiel Osteoporose 

Natürlich hoffte ich auf die „harmlose Ursache“ für meine Rückenschmerzen. War mein Rücken wirklich verschlissen oder sogar kaputt, Bandscheibe und so, hätte ich ein echtes Problem. Dann würde sich meine lebenslange Sportbequemlichkeit in meinem letzten Drittel doch noch an mir rächen. 

Besuch bei der Hausärztin

Ich hoffte, meine Ärztin konnte mir weiterhelfen. Aber ich erwartete keine Wunder. Selbstverständlich würde die Therapie „an mir hängenbleiben“. Ich wusste es ja selbst. Ich musste mehr für mich tun und mich mehr bewegen. Meine Hausärztin würde mir ein paar Massagen und Übungen verschreiben. Aber aktiv werden musste ich ganz alleine. 

Ich weiß ja, dass ich bequem war. Vor allem in sportlicher Hinsicht. Aber inzwischen ging ich meine täglichen Runden, wo jeden Tag einige Kilometer zusammenkamen. Aber richtige Übungen und zusätzlich moderater Kraftsport? Da herrschte bei mir bisher Fehlanzeige. 

Denn am Morgen bimmelte mein Handy mit einem mich erinnernden Signal für: „Jetzt bitte Yoga für Unbewegliche“. Und bisher wischte ich die Meldung jedes Mal weg. Der duftende und dampfende Kaffee war einfach verlockender. Und erst das Frühstücksfernsehen mit vielen Tagesinfos und angenehmen Moderatorinnen.

Meine Hausärztin legt Hand an

Ich beschrieb meiner Ärztin meine Beschwerden. Sie bat mich, gerade zu stehen und drückte, wie ich es erwartet hatte, bestimmte Punkte am Rücken. „Tut das weh? Und hier? Und dort? Und da?“. Dabei wiegte sie routiniert ihren Kopf. „Einen Bandscheibenvorfall können wir wohl ausschließen Herr de Vet“. Allein das richtete mich unwillkürlich auf und erleichterte mich. Schwein gehabt. 

Meine Hausärztin meinte dann noch, mein Rücken sei aber total verspannt. Daran sollte ich etwas tun. Sie empfahl mir, regelmäßig ein Video des Fernsehdoktors Herrn Dr. Froböse anzuschauen und verschrieb mir zusätzliche Massagen. Anscheinend lag ich mit meiner eigenen kleinen „Diagnose“ ganz richtig, was ich ihr natürlich nicht sagte :-). 

Zum Abschluss gab sie mir noch die dringende Warnung mit, dass meine Rückenschmerzen chronisch werden konnten. Na prima. Aber sie hatte ja recht. Ich musste was tun, und mich mehr bewegen. Vielleicht joggen? Mal sehen. Für die nächsten Tage nahm ich mir vor, mit moderatem Sport zu beginnen.

Dieser innere Schweinehund

Aber wie bekam ich meinen inneren Schweinehund dazu, seinen plattgesessenen Arsch zu heben? Hätte ich ununterbrochen Schmerzen, wäre das eine Kleinigkeit. Mit Zahnschmerzen zögerte man ja auch nicht, zum Zahnarzt zu gehen. Aber so? Ohne Schmerzen? Mir ging es doch gut? Ich war ein Stück unbeweglich, ok, und untrainiert, ja doch, schnell aus der Puste, auch das. Aber darüber hinaus? War doch alles im grünen Bereich?

Hier handelte es sich allerdings nicht um einen anonymen inneren Schweinehund, dem ich getrost alles zuschieben konnte. Nein. Das war ich selbst. Ich hatte mir meine Komfortzone so gemütlich und bequem eingerichtet, dass ich lieber morgens eine Weile Schmerzen hatte, anstatt mich zu überwinden, etwas zu tun.

Den Anfang finden

Morgen, ja morgen musste ich mit Bewegung beginnen. Ich machte mir am besten einen Plan. Ich könnte ja meine Handy-Yoga-Erinnerung textlich überarbeiten? Das war eine sehr gute Idee. Vielleicht sollte ich dem Kalendereintrag noch eine animierende Grafik hinzufügen? Irgendwie ist ja jeder gute Plan schon ein Art Beginn, oder? 

Du merkst es. Es ist und war wirklich nicht einfach, die eigene Komfortzone zu verlassen. Aber wollte ich dauerhafte Rückenschmerzen vermeiden und bis ins Alter fit bleiben, half nur, wenn ich tatsächlich begann, auf diesen anderen Einflüsterer zu hören. Auf mein Handy, was jeden Morgen geduldig summte:

„Jetzt Yoga für Unbewegliche!“

Leave a Comment