Gibt es das überhaupt? Männer und Wechseljahre? Und ist die Midlife-Crisis eines Folge davon? Ärzte und Wissenschaft sind sich nicht einer Meinung. Aber inzwischen entsteht bei immer mehr Ärzten die Erkenntnis, dass auch Männer in tatsächliche Wechseljahre kommen können und dass daraus auch eine Depression, oder eben eine Midlife Crisis entstehen kann, wobei meiner Meinung nicht ganz klar ist, wo da die Grenze zu ziehen ist und ob da eine zu ziehen ist.

Ich für mich sage, seitdem ich das erlebt habe, klar, Midlife-Crisis gibt es. Ich habe diese Zeit bis zur Neige durchlebt. Auch ich unterscheide zwischen rein körperlichen Symptomen – und den, ich nenne sie, daraus resultierenden Folgesymptomen. Also, was diese Veränderungen in mir ausgelöst hatten. Wenn dann ein Brandbeschleuniger hinzukommt, kann ein Leben vollständig aus den Fugen geraten. 

Ich hatte rein körperlich diese Symptome, die nichts mit meiner dann folgenden Midlife-Crisis zu tun hatten, aber mich rein körperlich zusätzlich belastet hatten. Wissenschaftler mögen meine Mischung aus Midlife-Crisis, Depression und Symptomen der Wechseljahre verzeihen. Ich weiß, das sind drei paar Schuhe, aber ich hatte sie alle gleichzeitig an und es ist nicht möglich, das separat zu betrachten.

Rein körperlich spürte ich:

  • Testosteron gesunken (habe das messen lassen)
  • Tatkraft ist (massiv) gesunken
  • allgemein weniger Energie
  • Konzentrationsspanne weniger
  • Libido ist (tolerabel) gesunken
  • durchschlafen fällt schwer
  • einschlafen nicht mehr so einfach
  • morgendliches Schwitzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Muskelmasse wird weniger
  • Bauch wird mehr

Das sind auch ganz normale Symptome des Älterwerdens. Leider ist es aber so, dass viele Männer diese Veränderungen als persönlichen Angriff auf ihr Selbst empfinden. Sie trennen nicht zwischen den empfundenen Beschwerden der Umstellung des Körpers und der Psyche durch einen sinkenden Testosteronspiegel und den typischen körperlichen Veränderungen durch das Älterwerden. Ja, klar, ist auch letztlich das Gleiche!

Im Alter lässt man einfach nach

Die Regenerationsfähigkeit des Körpers lässt nach, wenn man älter wird. Auch meine alte Katze wurde im Alter langsamer, gemütlicher, dicker und wurde immer schläfriger. Ich glaube nicht, dass eine Katze, zudem sie es bei mir gut hatte, hoffe ich zumindest, zu einer Midlife-Crisis neigen würde. Eine Katze „lebt einfach“ und ist immer pur und „im Moment“. Das ist, ganz nebenbei angemerkt, beneidenswert. 

Mein eigenes Leben kam erst aus den Fugen, als ich mit meinen Veränderungen nicht klarkam. Gemütlicher werden und einen Bauch zu bekommen, ok, doof, aber ok. Männer sind da toleranter mit sich als Frauen zu sich selbst. Aber dass meine Tatkraft und Energie abnahm, massiv sogar, dass ich mich nicht mehr lange konzentrieren konnte und Lernen immer schwieriger wurde, das traf mein Selbst-Gefühl wirklich tief ins Mark. 

Was mich dann umgeworfen hatte:

  • allein das Wissen um diese körperlichen Veränderungen
  • eine Veränderung meiner Sexualität (heute ist es anders – aber gut)
  • eine Veränderung meines Fühlens (heute genieße ich das)
  • eine Veränderung meiner Einstellungen (fast wie ein Anderer in meiner Haut)
  • ich hatte nicht mehr den alten Biss in Verhandlungen
  • anstatt 10 Stunden durcharbeiten brauchte ich immer mehr „Päuschen“
  • mein Freudegefühl und meine Spontanität nahmen ab
  • ich bekam weniger Ideen, hatte weniger Kreativität
  • ich wurde reizbarer und ungeduldiger
  • ich begann langsam zu realisieren, dass das Leben endlich ist
  • und dann kam ein zusätzlicher Nackenschlag

Wenn das „Lebenswerk“ zerbricht

Wenn dann noch etwas passiert, was einem bis dahin rein erfolgsorientierten Mann den Rest geben kann, sind Tür und Tor zu einer Depression, aber zumindest einer ausgewachsenen Midlife-Crisis, geöffnet. Bei mir war dieser letztliche Auslöser der relativ schnelle Zusammenbruch meines bis dahin recht erfolgreichen Unternehmens

Dieser Crash passierte innerhalb weniger Monate. Ich stürzte vom Himmel hoch, immer im Flow, alles lief rund, Konsum und Erfolg waren zur Gewohnheit geworden, recht schnell runter bis auf gefühlt Null. Zeitlich fiel das zusammen mit dem Sinken meiner Leistungsfähigkeit. Ich hatte einfach nicht mehr die Kraft, aber auch nicht mehr den Willen, mich wie früher einfach so wieder hochzupowern. 

Entscheidend ist – wie gut ist „Mann“ mental gerüstet

Wird ein Mann ganz einfach älter und gemütlicher und geht mit voller Akzeptanz in eine Phase der natürlich nachlassenden Energien, dann ist er mit sich selbst im Reinen. Hat er darüber hinaus seine Familie um sich, einen aktiven Freundeskreis und ihn befriedigende Hobbies, die ihm, unabhängig vom Job, Bestätigung und Erfüllung geben, kommt er in der Regel unbeschadet durch diese Veränderungen.

Ist ein Mann aber ganz auf seine Arbeit fokussiert, sucht er seinen Lebensinhalt und seine Selbstbestätigung fast nur in seinem Job, hat er seinen Freundeskreis vernachlässigt und seine „Freunde“ sind eigentlich nur die Kollegen und fürchtet er, nicht mehr mit jüngeren Kollegen mithalten zu können, dann ist die Gefahr groß, dass er in eine Midlife Crisis gerät.

Kurz, so „blöd“ war ich auch. Ich hatte bis dahin gedankenlos aus dem Vollen leben dürfen. Das sich an meiner Lebensweise etwas ändern könnte, war undenkbar. Warum auch. Meine Tatkraft war „einfach da“. Dass diese Tatkraft keine eigene Leistung, sondern meinem Testosteron zu verdanken war, realisierte ich erst, als mein Testosteron-Spiegel eine, mein Verhalten und meine Kraft beeinflussende Schwelle erreicht hatte. 

100 Prozent der Männer spüren, wie sie langsamer werden, wie die Konzentration nachlässt, wie die Kraft nachlässt, wie sie allgemein weniger leistungsfähig und auch weniger druckvoll und energievoll werden. Sie spüren, wie sie sich immer weniger machtvoll verhalten können, und tatsächlich dann auch gar nicht mehr wollen – was nicht wenige Männer zusätzlich höchst irritiert. 

Von Mann zu Mann

Ja, so einen Kerl kenne, oder besser, kannte ich, höchstpersönlich. Heute empfinde ich diese Veränderung als Stärkung meines Selbst … wenn auch ich mir manche Reduktion und Veränderung gerne erspart hätte. Das gebe ich gerne zu. Mehr Kraft und Energie sind ein positiver Wert in sich. Aber mein mehr an Denken und mein mehr an Gefühl; das ist auch schon was. Das möchte ich nicht wieder hergeben.

Solltest Du spüren, Du stellst Dein Leben in Frage und Du merkst, dass Dich diese Veränderungen aus der Spur werfen könnten, stehe ich gerne mir meinem Blog, meinem Rat und gerne auch Wort, wenn es akut für Dich ist, bereit. Darum poste ich diesen Text auch in meiner Kategorie Soforthilfe. Denn einen Rat habe ich jetzt schon für Dich. 

Besser vorher lernen, als nachher lernen müssen.

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