Sex und Libido. Was für ein diffiziles und mit viel Feingefühl zu betrachtendes Thema für uns Männer. Dem muss ich mich ganz behutsam annähern. Für Dich, aber auch für mich. Denn … wie für jeden Mann ist auch mir dieses Thema nicht so ganz locker auf der Zunge liegend. Allerdings war ich schon immer sehr offen, was meine Sexualität angeht, aber jetzt hier „die Hose runterzulassen“ hat eine andere Qualität. Bei mir hat sich eben, im Vergleich zu früher, doch einiges verändert.  

Aber Du und ich sind ja hier um Tacheles zu schreiben / und zu lesen. 

Du wirst es vielleicht auch an Dir bemerkt haben. An Deiner Libido hat sich etwas verändert oder verändert sich gerade. Vielleicht bist Du aber auch nur neugierig und möchtest wissen, was sich denn so verändern kann? Ich habe das Glück, dass meine Libido, insgesamt gesehen, in Ordnung ist. Zumindest was meine sexuelle Energie und Funktion angeht, aber ich habe mit einer Veränderung besonders gehadert. Und das einige Jahre. Mit der Frequenz, in der ich wieder Lust bekomme.

Mache ich mich jetzt „zu nackt?“ 

Das Thema ist ein Paradies für Wortspiele. Und ja, in früheren Zeiten hatte ich tatsächlich jeden Tag diese besondere Energie in mir. Die ganze Welt erschien mir durch eine rosa zarte weibliche wohlgerundete Brille. Ich war typisch Mann und dachte prinzipiell „immer“ irgendwie an das Eine. Die Welt erschien mir wie ein riesengroßer Spielplatz. Meine Libido wirkte tatsächlich wie eine Droge auf mich. 

Alles veränderte sich

Irgendwann, in meinen Vierzigern, spürte ich aber, wie ich unter eine trotziger Art Entzug kam. Meine sexuelle Energie wurde über die Monate und dann Jahre weniger und weniger – und für mich fatal, ich spürte das natürlich. Ich wußte damals aber nicht zu unterscheiden, ob das jetzt einfach altersbedingt war, immerhin war ich in den Vierzigern, oder ob meine Depression, die mich damals in den Griff bekam, die Ursache war. Heute nehme ich an, es war eine sich verstärkende Kombination beider die Lust dämpfenden Faktoren.

Das mit steigendem Alter die eigene Libido abnimmt, ist ja auch vollkommen normal. Es ist eher ungewöhnlich, wenn die Lust nicht weniger wird. Aber mal ehrlich. Was ist schön daran, wenn ein lüsterner alter Mann den jüngeren Damen nachschaut. Mehr als Spott, Mitleid oder sogar Ablehnung ist dann irgendwann nicht mehr drin. Im Gefängnis dieser Lust zu stecken, wenn der Schlüssel in Schloss rostig zu werden beginnt, ist wirklich nicht schön … verdammt, wieder so ein Wortspiel. So locker kann ich das übrigens auch nur formulieren, weil ich meinen Weg in eine ruhigere Phase meines Lebens und auch meiner Lust gefunden habe. 

Männer mit Macht

Es gibt aber eine Gruppe Mann, die überproportional lange eine erhöhte Libido behalten kann. Männer mit Macht, Männer mit Einfluss oder Männer mit lang andauerndem Erfolg. Kurz gesagt, Männer, die einer täglichen positiven Hormondusche ausgesetzt sind. Es ist tatsächlich erwiesen, dass Männer mit Macht und Einfluss im Schnitt einen höheren Testosteronspiegel haben als gleichaltrige Männer. Wir alle kennen die sogenannten „Alpha-Tiere“ in der Wirtschaft oder in der Politik. Unvergessen Schröders bräsig breitbeiniger Auftritt, als er mit Frau Merkel nach der Bundestagswahl in der altehrwürdigen Elefantenrunde saß. 

Wenn Männer Väter werden

Gleichzeitig ist es aber auch so, dass bei werdenden Vätern das im Blut zirkulierende Testosteron deutlich abnimmt. Die Evolution will keinen Macho, sondern einen liebevollen Vater. Die Wissenschaft vermutet, dass sich ein Mann eher auf die Familie konzentrieren kann, wenn weniger Testosteron auf ihm einwirkt. Auf der anderen Seite ist auch erforscht und belegt, das Frauen, so lange sie nur einen „Erzeuger“, also einen starken Mann, suchen, eher den kernigen Typ Mann bevorzugen. Ist aber ein Kind unterwegs, wählen auch sie den weichen Typ, wenn man Ihnen Bilderserien von Männern vorlegt. 

Ziellos zum Höhepunkt

Dieser Artikel, das merke ich schon, hat noch kein wirkliches Ziel. Betrachte ihn einfach als den Einstieg in dieses Thema so wunderbare Thema Sex und Libido. Während ich schreibe, sind mir schon zwei, drei und mehr Themen und Überschriften eingefallen, die ich fundierter und tiefer gehender ausbreiten kann. Sowohl aus wissenschaftlicher und Fakten orientierter Sicht, als auch aus emotionaler und eben auch aus meiner ganz persönlichen Sicht. 

Denn „wir Männer“, das ist einer unserer großen Schwächen, definieren uns zu einem übergroßen Teil aus unserer Potenz. Unsere Potenz ist, nicht nur im Sinne unserer Libido, eng mit unserem Wesen verknüpft. Mann will halt als Mann rüberkommen. Vor den Geschlechtsgenossen … und natürlich gegenüber den Frauen, die wir begehren … aber auch ganz wichtig, vor uns selbst. Wenn wir da nicht „unseren Mann stehen“ können, besteht die Gefahr, dass wir vollkommen aus dem Lot geraten. Und genau das ist der Moment, in eine Krise zu rutschen. Ich spreche aus Erfahrung. 

Huibert de Vet
Author: Huibert de Vet

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