Was erstmal positiv ist. Viele Männer bekommen gar keine körperlichen Beschwerden. Sie werden einfach älter und fühlen sich weiterhin wohl. Aber leider hat nicht jeder Mann dieses Glück. Und leider kommt lange nicht jeder Mann auch seelisch mit den Veränderungen klar. Die Fachwelt, insofern sie überhaupt Wechseljahre beim Mannes akzeptiert, spricht von etwa 10 Prozent der Männer, die körperliche Beschwerden feststellen, während sie in diese andere, neue Lebensphase kommen. Andere, auch wissenschaftliche, Quellen sprechen von bis zu 30 Prozent der Männer, die mit  für Wechseljahre typische Symptome zu kämpfen haben. Symptome, die im Übrigen denen der Frau, wenn sie in ihre Menopause kommt, ähneln.

Was ist mein Eindruck dabei?
Wie viele Männer betrifft das tatsächlich?

Mein eigener Eindruck, nach vielen Gesprächen mit vielen und auch ganz verschiedenen Männern, aber auch oft mit den Partnerinnen dieser Männer, ist leider ein ganz Anderer.

Mein Eindruck ist:

Die meisten Männer spüren starke Veränderungen und kommen mehr oder minder reibungslos damit klar!

Damit deckt sich mein Eindruck aber auch wieder mit den Ansichten eher kritischer Wissenschaftler, die die Existenz von Wechseljahren bei Männern glatt verneinen. Natürlich haben auch diese Wissenschaftler recht. Zwischen den Wechseljahren einer Frau und denen des Mannes besteht ein gravierender Unterschied.

Bei der Frau hört, (mehr oder weniger) zack, das Östrogen einer Frau auf, Östrogen zu produzieren. Der weibliche Körper verliert die Fähigkeit, Kinder zu gebären. Ihr Körper wird gezwungen, sich möglichst schnell dieser radikalen Veränderung anzupassen. Dabei hat eine Frau oft mit den bekannten Symptomen wie Hitzeschübe, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und weitere Symptomen, zu kämpfen. Es handelt sich eben um die Menopause, die jede Frau durchlebt.

Und wie nun der Mann?

Beim Mann verläuft der Prozess des Älterwerdens, denn das passiert bei beiden Geschlechtern, anders. Beim Mann beginnt die Veränderung des männlichen Körpers in Richtung „Alter“ bereits in seinen Zwanzigern. Er verliert sein „Gasgeb-Hormon“ Testosteron, diesem überschwänglichen und geradezu maßlosen Kraftgeber, aber nicht schlagartig, sondern schleichend, nur nach und nach. Erst über die Jahre, wenn der Mann seiner Midlife-Zeit näher kommt und die Mitte seines Lebens passiert, beginnt er die Folgen des allmähnlichen Abbaus seiner Androgene, vor allem das im Blut zirkulierende Testostron, zu spüren.

Welche Symptome sind möglich?

Die Beschwerden, die ein Mann dann spüren kann, ähneln den Beschwerden, die Frauen in ihrer Menopause ebenfalls haben.

Welche Beschwerden können das (u.a.) sein?

  1. die Libido des Mannes lässt nach
  2. die Muskelmasse verringert sich
  3. der Muskelaufbau fällt schwerer
  4. das eigene Gewicht halten wird schwerer
  5. das Bauchfett nimmt gnadenlos zu
  6. die Konzentration fällt schwerer
  7. Energie und Tatkraft verringern sich
  8. Engagement und Begeisterung nehmen ab
  9. Ängstlichkeit und Unsicherheit können folgen
  10. Hitzeschübe sind möglich (da kann ich ein Lied von singen)
  11. im schlimmsten Fall erwächst eine Depression

Damit muss „Mann“ erstmal klarkommen!

Der Grund, dass viele Mediziner keine Andropause (die Wechseljahre beim Mann) akzeptieren, ist, dass es sich beim Mann um diesen allmählichen Übergang handelt.  Irgendwann spürt der Mann, dass er nicht mehr vor Vitalität und Energie strotzt, sondern immer öfter an seine körperlichen und geistigen Grenzen stößt, was ihn mehr und mehr irritiert.  Irgendwann kommt er nicht mehr umhin, sich selbst zugeben zu müssen, dass er nicht mehr in seiner alten, ihm immer so selbstverständlichen, Liga spielt.

Wären es doch nur die reinen körperlichen Beschwerden. Dann wäre das Ganze lästig, aber wäre irgendwann vorbei. Aber Männer, auch ich, definieren sich nicht selten in Ihrem Selbstwert über die eigene Leistungsfähigkeit. Ob nun im privaten, beruflichen und eben ganz intimen Bereich. Ein Mann will einfach und immer „seinen Mann stehen“ können. Und das am liebsten mühelos. Merkt er aber, dass das nicht mehr so geht, wie es früher ganz selbstverständlich der Fall war, beginnt so mancher Mann seinen ganz persönlichen und nicht selten irrationalen Abwehrkampf gegen das Alter.

Jetzt nur nicht aus der Bahn geraten

Diese Abwehrkämpfe treiben oft die allseits bekannten und im besten Fall belächelten Blüten. In dieser Phase beginnen nicht wenige Männer, mit aller Kraft am Jungsein festhalten zu wollen. Sie machen das auf vielerlei Weise. Die einen Männer kaufen sich ein flottes neues Auto oder ordern die immer schon mal beäugte Harley beim Händler. Wieder andere suchen den Jungbrunnen im jungen Blut und beginnen, sich nach einer jüngeren Freundin umzuschauen. Vielleicht wollen sie dann sogar nochmal Papa werden. Nicht selten werden bei diesen Abenteuern alle angesammelten finanziellen Reserven aufgebraucht und nicht selten wird das bisherige Lebensmodell nicht nur in Frage gestellt, sondern unwiederbringlich aufgegeben.

Glücklich ist, wer nun stabil bleibt

Wer jetzt das Glück hat, in einer stabilen Partnerschaft zu leben und die eigene Partnerin seine Veränderung nicht nur bemerkt, sondern ihm aktiv dabei hilft, sein Älterwerden anzunehmen, kann sich glücklich schätzen.

Mein Rat an die Partnerin ist darum:

Nicht ignorieren und schon gar nicht belächeln, sondern ihm seinen eigenen Wert in der Beziehung und seinem ganzen Umfeld immer wieder deutlich machen. Selbstverständlich nicht nur so zu tun, sondern es auch zu fühlen und zu meinen. Sonst macht das  keinen Sinn und wird den Mann nur weiter auf abwegige Gedanken führen können.

Ein Mann, der beginnt, mit sich zu hadern und seinem eigenen Anspruch nicht mehr genügt, muss jetzt lernen, dass es mehr gibt, als die unbegrenzte und fast schon wahllose Power seiner Hormone. Die haben es ihm nun lange genug einfach gemacht. Jetzt muss er lernen, dass er mit seinen Kräften nicht etwa „haushalten“ muss, sondern sich so akzeptiert, wie er jetzt ist. Dass er sich akzeptiert. Nicht nur resigniert. Dann beginnt eine neue Phase, auf die er, im Rückblick, selbst wenn er sportlich und auch sexuell nicht mehr ganz der Alte ist, nicht mehr verzichten wollen will.

Denn dann beginnt es – das dritte Lebensalter

Anfangs klingt der Begriff, drittes Lebensalter, wohl jedem Mann beschönigend und fast schon provozierend. Das ist doch die reine Selbstverarschung. Das dritte Lebensalter :-). Ha ha. Wie schön. Also ob sich noch ein ganzes Leben anfügt und alles wieder von vorne beginnt. Hopp hopp, raus mit dem nächsten Leben aus dem Kofferraum.

Aber so bescheuert das klingt. Da ist tatsächlich noch ein drittes Leben im Kofferraum. Ich bin heute der Meinung, dass diese Zeit nach den Irrungen und Wirrungen mich in mein für mich interessantestes Alter geführt haben. Aber dazu mehr in anderen Texten dieses Blog. Diese echte und tatsächliche Akzeptanz zu finden, ist ein Thema, worum ich immer wieder kreisen werde, weil es so wahnsinnig wichtig ist.

Anfangs klingt der Begriff, drittes Lebensalter, wohl jedem Mann beschönigend und fast schon provozierend. Das ist doch die reine Selbstverarschung. Das dritte Lebensalter :-). Ha ha. Wie schön. Also ob sich noch ein ganzes Leben anfügt und alles wieder von vorne beginnt. Hopp hopp, raus mit dem nächsten Leben aus dem Kofferraum.

Aber so bescheuert das klingt. Da ist tatsächlich noch ein drittes Leben im Kofferraum. Ich bin heute der Meinung, dass diese Zeit nach den Irrungen und Wirrungen mich in mein für mich interessantestes Alter geführt haben. Aber dazu mehr in anderen Texten dieses Blog. Diese echte und tatsächliche Akzeptanz zu finden, ist ein Thema, worum ich immer wieder kreisen werde, weil es so wahnsinnig wichtig ist.

Klingt unglaublich? Ist aber so!

Inzwischen will ich nicht mehr zurück in mein altes „Mannsein“. Auch wenn ich früher wesentlich leistungsfähiger war, deutlich mehr Energie und auch deutlich Lust auf Lust hatte, ist mein Leben tatsächlich reichhaltiger geworden. Es ist sogar so gekommen, dass ich heute, früher ein grausiger Gedanke,  Herr meiner Sinne bleibe, selbst wenn mir die schönste Frau der Welt begegnet.

Und das Verrückteste dabei?

Mir gefällt es!